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Warum ich die Gründer bei „Die Höhle der Löwen“ nicht verstehe!

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Über 3 Millionen Zuschauer und 50.000 gleichzeitige Besucher auf der eigenen Webseite. „Die Höhle der Löwen“ könnte die perfekte Startrampe für eine junge Firma sein. Doch noch kein StartUp hat das Potential zu 100% ausgenutzt. Wie das geht und wie Du auch den „Die Höhle der Löwen“-Effekt nutzen kannst, ohne zwangsläufig in dieser Sendung zu sein, verrate ich Dir in diesem Artikel. (Lesezeit: 3 Minuten)

Alleine mit dem Mini-Produkt „Abfluss-Fee“ hat der Erfinder und Unternehmer Karl-Heinz Bilz nach „Die Höhle der Löwen“ in wenigen Wochen 5 Millionen Euro Umsatz gemacht. Er nutze den Auftritt in „Die Höhle der Löwen“ perfekt, war charmant und authentisch und lud dadurch sein Produkt mit positiven Emotionen auf.

Was folgte war allerdings nur gut: Zwar sind 5 Millionen Euro Umsatz riesige Zahlen für Bilz, der bis zu seinem Auftritt seine „Abfluss-Fee“ gerade 600 Mal verkaufen konnte. Doch es wäre noch weit mehr gegangen.

6 Tricks, die Bilz nur zum Teil genutzt hat und die zeigen wie Du ein TV-Product Placement richtig nutzt:

  1. Platziere Dein Produkt in der Sendung in unmittelbarer Verbindung mit einer Domain. Wer heute Fernsehen schaut, hat in der Regel mindestens ein Second Screen-fähiges Gerät – von Smartphone, über Tablet bis hin zum Laptop – in unmittelbarer Nähe. Taucht im TV eine Produkt auf und wird dieses emotional aufgeladen, dann reicht oftmals schon die Nennung (verbal oder schriftlich) von einer Domain dazu aus um diese zu besuchen. Nutze diesen Trigger um die maximale Anzahl an Besuchern auf Deine Webseite zu bekommen.
  2. Habe eine Webseite (mit integriertem Shop)! Man sollte es kaum glauben: es gibt noch heute StartUps, die ohne Internetpräsenz versuchen auf Kundenfang zu gehen – so finde ich z.B. bis heute keine offizielle Seite der „Abfluss-Fee“ im Netz. Aber selbst wenn Du eine hast und ein physisches Produkt vertreibst, intergriere unbedingt auch einen eigenen Shop. Nichts wäre ärgerlicher als einen Teil des Umsatzes, der nach einem Placement rasant zunehmen wird, an einen am Wachstum unbeteiligten Dritten abzugeben.
  3. Bereite Deine Server auf den Ansturm vor. Ok, die eigene Webseite und der eigene Shop steht. Dann unterschätze den Traffic, der durch TV-Präsenz entsteht, auf keinem Fall. Dies haben Anne und Stefan Lemcke, die Gründer des Gewürz-Online-Shops „Ankerkraut“ in der jüngsten „Die Höhle der Löwen“-Staffel nämlich getan. Auch sie haben überzeugt, waren charmant, Internet-Unternehmer Frank Thelen investierte und trotzdem kam „Ankerkraut“ nur auf 50.000 Unique User am Tag der Ausstrahlung. Andere StartUps schaffen mittlere bis hohe sechsstellige Zahlen. Der Grund: „Wir hatten sechs Lightspeed-Server bei Amazon Web Services in der Cloud gebucht“, so Lemcke gegenüber onlinemarketingrockstars.de. „Das Problem war: Die Software hatte einen Bug.“ Und sie hätten es besser wissen können. Der Technikchef von e42, der Firma von Investor Frank Thelen, hatte Lemcke zuvor zu einem anderen Server-Modell geraten.
  4. Gebe den Zuschauern das was sie wollen. Du hast in der Regel mehrere Produkte oder zumindest Produktvariationen im Portfolio. Damit der Besucher unmittelbar zum Kunden wird, darfst Du ihn in seiner Emotion nicht zweifeln lassen. Es muss sich zu 100% richtig für ihn anfühlen, dass er das gerade im TV präsentierte Produkt einkauft. Baue die Startseite von Deiner Webseite so um, dass innerhalb von 2 Klicks die Produkte aus der Show im Warenkorb liegen und minimiere den Checkout auf 3 bis 4 Klicks. So kauft der Zuschauer schneller ein als er nachdenken kann.
  5. Nutze die Emotionen für einen langfristigen Abverkauf. Eingangs schrieb ich es ja bereits: die StartUps bei „Die Höhle der Löwen“ machen einen typischen Product Placement-Fehler. Sie freuen sich über den punktuellen Mehrumsatz, haben aber nicht das Potential von Product Placement vor Augen. 3 Millionen Menschen sehen den Auftritt, 50.000 besuchen die Webseite, schätzungsweise 3 bis 5% davon kaufen ein. Das macht eine Conversionrate von unter 0,1%. Es ist aber bekannt, dass erst wenn ein potentieller Kunde, der erstmalig von dem Produkt erfährt, mehrfach zu einem Einkauf angetrieben werden muss, damit er diesen durchführt – ganz egal wie emotionalisiert das Produkt vorgestellt wurde. Bedeutet: schalte im Umfeld des Fernsehformats in dem Dein Produkt platziert ist, in den Folgewochen Werbespots und lasse Dich in lokaler, regionaler, deutschlandweiter und Fachpresse redaktionell in Form von Interviews, Features und Reportagen platzieren.
  6. Erwerbe eine Produktlizenz. Egal ob Du ein physisches Produkt am POS verkaufst oder ein digitales online. Erwerbe eine Produktlizenz, die Dir ermöglicht auf dem Produkt mit einem „bekannt aus“ zu werben oder sogar eine „XY-Edition“ von Deinem Produkt anzubieten. Das bietet Deinen Kunden zusätzliches Vertrauen und hebt Dich von Deinen Mitbewerbern ab.

Und bedenke eins: Zwar ist die Präsenz bei „Die Höhle der Löwen“ kostenlos und somit ein geschenktes Product Placement. Doch nicht für jedes Produkt ist „Die Höhle der Löwen“ der richtige Ort, es besteht ein immenses Risiko nicht gut wegzukommen und jedes Jahr haben auch nur knapp 80 StartUps die Chance sich in „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren.

Kontaktiere uns: wir zeigen Dir wie Du auch ohne „Die Höhle der Löwen“ für einen schmalen Geldbetrag ein zu 100% zu Deinem Produkt passendes Product Placement im TV schalten kannst und dieses mit gezielten Werbe- und PR-Maßnahmen anschließend ideal verlängerst.

Folge Sebastian Hensel:
Selfmade-Man, Seriengründer und Fernsehmoderator. Seit 2008 vier Exits, erfolgreich vor allem durch Product Placements und Out-of-the-Box-Werbestrategien, Consulting für DAX30-Konzerne, Moderation von über 1.000 Radio- und Fernsehsendungen.